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Bereits 1873 wurde ein Zusammenhang zwischen Schilddrüsenleiden und rheumatischen Beschwerden beschrieben. L-Thyroxin, das Schilddrüsenhormon, beeinflusst die Funktion fast aller Gewebearten. Auch Muskelzellen, Knorpelzellen und knochenauf- und abbauende Zellen werden durch Schilddrüsenhormon reguliert. Myopathie (Muskelleiden mit Muskelschmerzen und Muskelschwäche) und Arthropathie (Gelenkleiden) können sowohl Folge einer Überfunktion als auch einer Unterfunktion der Schilddrüse sein.
Das Zusammenspiel zwischen Schilddrüse, Immunsystem und Bewegungsapparat hat viele Facetten. Das bisher noch relativ übersichtliche Bild, nach dem das TSH (Schilddrüsenstimulierendes Hormon) der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) die Schilddrüse zur Produktion und Freisetzung des L-Thyroxin stimuliert und Schilddrüsenhormon im Sinne einer negativen Rückkopplung die TSH-Produktion der Hypophyse hemmt, wurde in jüngerer Zeit kompliziert durch den Nachweis, dass TSH nicht nur in der Hypophyse, sondern auch in zahlreichen anderen Geweben und Zelltypen produziert wird, darunter Lymphozyten und Darmepithelzellen.
Das Immunsystem beeinflusst somit die Schilddrüsenfunktion und Schilddrüsenhormon steuert in sehr differenzierter Weise das Immunsysten:
Immunologische Effekte des Schilddrüsenhormons
Gelenkschmerzen und Gelenkentzündungen können sowohl bei einer Überfunktion wie bei einer Unterfunktion der Schilddrüse auftreten:
Arthropathien bei Schilddrüsenfunktionsstörungen
Auch Muskelerkrankungen sind selten Folge von Schilddrüsenfunktionsstörungen:
Myopathien bei Schilddrüsenfunktionsstörungen
Eine relativ häufige Ursache einer sekundären Osteoporose ist die Überfunktion der Schilddrüse:
Osteoporose bei Schilddrüsenfunktionsstörungen
Entzündlich-rheumatische Erkrankungen, die klinisch einer Vaskulitis oder Kollagenose ähneln, können Folge einer Behandlung mit Thyreostatika (Thionamide: Propylthiouracil, Carbimazol, Thiamazol) sein:
Thionamid-induzierte Autoimmunerkrankungen
Sehr selten zeigen Autoimmunpatienten neurologische oder psychiatrische Symptome. Dann muß an die Möglichkeit gedacht werden, dass eine Entzündung des zentralen oder peripheren Nervensystems vorliegt:
Hashimoto-Enzephalitis und andere Autoimmunerkrankungen des Gehirns Parallelen zum Fibromyalgie-Syndrom ?
Die Aktivierung des Thyroxins zu dem eigentlich wirksamen T3 findet z.T. auf regionaler Ebene statt. Wir müssen heute davon ausgehen, dass eine systemische Euthyreose nicht automatisch mit einer optimalen Schilddrüsenfunktion für alle Gewebe gleichzusetzen ist. Lokale Hypothyreosen wie Hyperthyreosen könnten z.B. über die Gesundheit des Gelenkknorpels entscheiden:
Systemische und gewebsspezifische Versorgung mit Schilddrüsenhormon Rheumatologische Aspekte der Substitution
Selen ist ein essentielles Spurenelement, das für die Funktion des Immunsystems und der Schilddrüse gebraucht wird:
Thyreoiditis und Selen
Autoimmunthyreoiditiden sind statistisch mit anderen Autoimmunerkrankungen assoziiert, darunter der rheumatoiden Arthritis und Kollagenosen. Auch das Fibromyalgie-Syndrom,das nach gegenwärtigem Verständnis nicht als Autoimmunerkrankung aufzufassen ist, tritt häufiger bei Hashimoto-Patientinnen auf. Zusammenfassung eines Vortrages im Arzt-Patienten-Seminar der Schilddrüsen-Liga Deutschland vom 24.09.2011 in Bonn:
Immunologische Aspekte der Hashimoto-Thyreoiditis
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